Matthias Horx  Trend- und Zukunftsforscher

Buchempfehlungen – Meine Lieblingsbücher

The Mathematics of Love

The Mathematics of Love –
Patterns, Proofs, and the Search for the Ultimate Equation

Hanna Fry

TED Books, 3.2.2015, nur in Englisch.
Erhältlich bei www.amazon.de

Kann man Liebe berechnen. Nein? Ja? Die digitale Welt hat uns jedenfalls eine neue, interessante Illusion beschert: Dass man voraussagen kann, wer zu einem passt, und wer nicht. Das Spektrum der dazu zur Verfügung stehenden Instrumente reicht von TINDER, der Wegwisch-Applikation, bis zu den „matchmaking”-Agenturen wie PARSHIP, die uns komplexe Algorithmen für eine möglichst optimale „Passung” zwischen zwei Menschen zur Verfügung stellen.

Hannah Fry, Sozial-Mathematikerin aus London, hat jetzt im Rahmen von TED, der innovativen Vortrags-Plattform, ein Buch geschrieben, dass die verschiedenen mathematischen Systeme der „Partnerologie” schildert. Zum Beispiel:

  • Die Verteilungsmathematik von Sex: Wie viele Menschen haben wie viele Sexualpartner?
  • Die relative Bedeutung der Schönheit: Wer hohe Attraktivitäts-Werte hat, hat meistens besondere Schwierigkeiten mit der Partnerwahl - das hat mathematische Gründe.
  • Die Wahrscheinlichkeit von Treue: Das berühmte Ehe-Forscher-Paar Gottmann berechnet die Scheidungswahrscheinlichkeit mit erstaunlicher Präzision.
  • Die Arithmetik der Partnerfestlegung: Die Entscheidung für einen „Lebenspartner” verläuft nach einer klassischen Regel, die man auch das „Sultan-Spiel” nennt. Theoretisch muss man nach einem Drittel der MÖGLICHEN Partner sich für den NÄCHSTEN BESTEN entscheiden.

Diese „Optimal-Stopping-Formel” (S. 77) sieht so aus:
Beeindruckend, nicht wahr? Nur leider wenig nutzbar - Hanna Fry weist selbst darauf hin, dass die Theorie dann zu schlechten Ergebnissen führt, wenn der „Traumprinz” oder die „richtige Frau” zufällig ganz am Anfang einer Liebes-Biographie über den Weg läuft. Wer sich an die Formel hält, wird meistens von ihr enttäuscht. Vielleicht ist das ja gerade das der Sinn solcher mathematischer Übungen: Das man weiss, woran man sich NICHT hält!

Fry weist ehrlich immer wieder darauf hin, dass in der Begegnung von Mathematik und Liebe ein inneres Paradox existiert. Wer liebt, will eben NICHT beurteilen und zählen und optimieren - genau das IST das Wesen der Liebe. Deshalb halten viele Psychologen Online-Dating-Plattformen für wahre Liebestöter: Hier wird unsere Gabe, uns selbst zu überschreiten, in die kalte Währung von „Beziehung” konvertiert. Wer einmal in den Fängen die Berechnung ist, wird immer davon ausgehen, dass es NOCH EINEN BESSEREN geben kann/muss/soll. Damit wird Liebe konsequent abgetötet, die doch nur aus der Freiheit bestehen kann, bedingungslos (!) JA zu sagen. Die Konsequenz dieser Strategie kann man in hyper-einsamen Kulturen beobachten, wie in Japan, wo virtuelle Beziehungen fast vollständig die Liebe ersetzt haben.

Frys lockerer Schreibstil humpelt immer wieder über diesen Knackpunkt der Debatte hinweg: Liebesmathematik müsste eigentlich eine Formulierung des WAHREN ZUFALLS sein. Erfrischend ist jedoch Hannahs rothaariger Vortragsstil, der sich auf der TED-Plattform in einem wunderbar hektischen Vortrag zeigt: www.ted.com/talks/hannah_fry_the_mathematics_of_love.

Hugo Schmale, der Erfinder der ersten Partnerschafts-Tests und Mit-Gründer von Parship, wohnt übrigens in einer schönen Villa am Innocentia-Park in Hamburg. Allein. Seine beiden Ehen waren vom Schicksal gezeichnet. Seine erste Frau starb an Krebs, die zweite ließ sich scheiden. „Der Mann, der möglicherweise hunderttausend Menschen vor der Einsamkeit bewahrt hat, lebt allein, aber umgeben von Gegenständen, die er liebt.”, heißt es in der ZEIT 7/2015. „Die Menschen”, sagt der Psychologe, „sind tief verunsichert. Es fehlen ihnen klare Kriterien, was Liebe angeht, und was das das fürs Zusammenleben bedeutet.” Wirklich?

New Business Order –
Wie Start Ups Wirtschaft und Gesellschaft verändern

Christoph Giesa, Lena Schiller Clausen

Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG, 2014
Erhältlich bei www.amazon.de

Was ist eigentlich aus der revolutionären „New Economy” geworden? Wie steht es um die Träume der „Neuen Selbstständigkeit”, der „Ich AG” und des „Smarten Kapitalismus”? Alles vorbei? Aus den revolutionären Möglichkeiten des Internets haben sich neue Monopolisten herausgemendelt, in der Arbeitswelt scheint alles wieder auf die gute, alte Festanstellung hinzulaufen – mit garantiertem Mindestlohn und Lebenslang-Garantie...

Christoph Giesa und Lena Schiller Clausen haben ein kluges Buch zum Thema des sozioökonomischen Wandels geschrieben. Hier wird nicht naiv die sofortige Zerlegung aller Großunternehmen in den Garagen-Schwarm gefordert, sondern die graduellen Prozesse beleuchtet, mit denen Start Ups, Co-Working, Shareconomy und Kreativwirtschaft ALLE großen Organisationen verändern. Wohltuend die kluge Zurückhaltung, mit dem nicht jeder Hype sogleich als Weltrevolution verkauft wird. 3-D-Drucker etwa werden nicht „schon morgen die Wertschöpfungsketten zerstören”; sie sind aber der Anfang einer neuen industriellen Logik. Die Autoren haben, das spürt man, eine Menge Erfahrung in der Praxis von Start-Up-Unternehmen, inklusive des Segens des Scheiterns. Zahlreiche differenzierte Case Studies wägen die Vorteile herkömmlicher und neo-ökonomischer Organisationsformen ab. Klar wird: Wir befinden uns inmitten eines tiefen Evolutionsprozesses, der Ökonomie und Kultur erfasst hat, auch wenn in den Talkshows nur der rückwärtsgewandte Unsinn geredet wird. Der „kreative Kapitalismus” ist längst auf dem Weg! Unbedingt kaufen!

Risiko – Wie man die richtigen Entscheidungen trifft

Gerd Gigerenzer

Bertelsmann, München, 2013

Erhältlich bei Amazon: Gerd Gigerenzer - Risiko

Sind Menschen dumm? Mit dieser Frage aller Fragen beginnt Gerd Gigerenzer sein Buch. Er hält uns darin den Spiegel unserer verzerrten Wirklichkeits- und Risiko-Wahrnehmung vor. Er entlarvt unseren Hang zum Alarmismus ebenso wie die Art und Weise, wie Medien die Ängste der Menschen und Börsen-Gurus die Sehnsucht nach der „Schmusedecke der Gewissheit” ausbeuten. Und er bietet Vorschläge, wie Menschen unter komplexen Bedingungen „richtigere” Entscheidungen treffen können, die sich in allen Bereichen anwenden lassen. Denn woran scheitern Gesellschaften, Kulturen, Unternehmen? Immer an falschen Risiko-Einschätzungen und den damit verbundenen Fehlallokationen. An überkomplexen Strategien und ignoranten Planungen, die auf falschen Sicherheiten beruhen. An übersteigerten Paniken, die aus Überzeichnungen von Risiken basieren.

Wie also ist das mit der Dummheit? Was treibt uns dazu, uns vor den falschen Dingen zu fürchten? Zunächst einmal sind wir aus guten Gründen angstgesteuert. „Angst wurde erfunden, damit wir in Gefahrensituationen nicht zu viel nachdenken”, formuliert Gigerenzer. Gleichzeitig schielen wir immer nach den anderen, den „peers”. Wir sehen uns die Ängste des Nachbarn an und fürchten dasselbe wie er. In einer Massen-Medien-Kultur werden Ängste damit ausbeutbar und manipulierbar. Und deshalb müssen wir unser Risiko-Entscheidungs-Modul upgraden ...

Antifragilität: Anleitung für eine Welt,
die wir nicht verstehen

Nassim Nicholas Taleb

688 Seiten, Albrecht Knaus Verlag, 2013

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In „Antifragilität” entwirft Taleb eine evolutionäre Theorie des Zufalls, die er auch auf Institutionen, Gesellschaften, Menschen, Ökonomien, „die Welt an sich” anwendet. Taleb teilt das Universum auf: in Systeme, die fragil, instabil, störanfällig und bald schon verschwunden sein werden. Und „zufalls-affine” Systeme mit einer Art Hyper-Robustheit, die er „Anti-Fragilität” tauft.

„I want to live happily in a world I don't understand”, schreibt Taleb. Umarme den Zufall! Bejahe das Chaos! Risiko und Zufall, so Talebs These, sind nicht nur Störungen, sie sind die eigentlichen Treiber der Veränderung. Und deshalb geht es nicht darum, die Zukunft vorauszusagen oder zu verstehen. Im Gegenteil: Schon der Versuch der Vorhersage ist des Teufels! Und wird mit erhöhter Fragilität bestraft.

Es gibt Bücher, die vollkommen unleserlich sind, eitel geschrieben, mit schrägen Thesen und die man trotzdem „lesen” sollte, um die Welt besser zu verstehen. Talebs „Antifragilität” gehört dazu. Ein 500-Seiten-Wutausbruch mit 3500 Fußnoten. Ein strukturalistisch-philosophischer RAP!

Resilience – The Science of Why Things Bounce Back

Andrew Zolli

Headline Publishing, London 2012

Erhältlich bei Amazon: Resilience - The Science of Why Things Bounce Back

Deutsche Übersetzung: Die 5 Geheimnisse der Überlebenskünstler

Wer das Prinzip der Resilienz versteht, kann Produkte, Märkte und vor allem den Ausgang von Krisen und Konflikten viel besser vorhersagen – und bessere Strategien wählen. Andrew Zolli, ein amerikanischer Systemtheoretiker hat jetzt ein brauchbares und lesbares Buch über den Resilienz-Begriff geschrieben. Mit zahlreichen Beispielen aus Ökologie, Unternehmensstrategie, Krisenintervention, Armutsforschung und so fort.

Um die wahre Bedeutung von Resilienz zu verstehen, müssen wir den Begriff von benachbarten Begriffen wie Robustheit und Redundanz unterscheiden. Resiliente Systeme können zwar auch robust und redundant sein, aber ihr Kern ist Flexibilität. Das Leben auf der Erde ist das resilienteste System, das in unserem Sternquadranten jemals existiert hat. Es ist eben nicht „empfindlich” und „bedroht”, wie uns die romantische Öko-Projektion weismacht. Die Prozesse der Evolution führen dazu, dass sich andauernd Arten verschieben und neue Adaptionen entstehen. Und dabei sterben auch manche Formen aus.

Schluss mit der Umerziehung – Vom artgerechten Umgang mit den Geschlechtern

Gisela A. Erler

Erhältlich bei Amazon: Schluss mit der Umerziehung

Nach 40 Jahren Emanzipations-Debatte scheint die Diskussion über „Gleichberechtigung” in einem endlosen Schützengraben festgefahren zu sein. In diesen bewegungslosen Frontverlauf platzt Gisela Erler mit einem Buch, das der Debatte über die Zukunft des Geschlechterverhältnisses wieder eine kluge Richtung vorgibt.

Männer und Frauen, so Gisela Erler, sind verschieden. Und das fängt früh an. Man weiß es schon, wenn man einmal erleben konnte, wie Mädchen Feuerwehrautos sorgfältig mit Decken zudecken und Jungs mit Puppen Krieg spielen. Männer können inzwischen alles, was Frauen können – und umgekehrt. Männer können sich um Kinder kümmern, kochen, emphatisch und weich und Hausmänner sein. Frauen können Panzer fahren, Bundeskanzlerinnen werden und Karriere in Großbetrieben machen. Die Frage ist aber, ob sie das wirklich gern machen, ob es ihren Potentialen gerecht wird und ob man diese Tätigkeits-Felder nicht anders, variabler, offener, durchlässiger strukturieren kann?

Man kann Erlers Loblied auf die „Artgerechtigkeit” als ein neues Prinzip gesellschaftlicher Differenziertheit begreifen – und womöglich auf andere gesellschaftliche Bereiche übertragen.

The Predictioneer's Game -
Using the logic of brazen self-interest to see and shape the future

Bruce Bueno de Mesquita

272 Seiten, Random House, 2009

Erhältlich bei Amazon: The Predictioneer's Game(2010)

Bueno des Mesquitas Buch „The Predictioneers Game” ist schon vor einigen Jahren erschienen, erlebt jedoch immer wieder eine Art Comeback. „Predictioneering” lässt sich mit „Vorhersagen und Gestalten” übersetzen. Unter anderem sah Mesquita das Scheitern der Klimakonferenz von Kopenhagen richtig voraus. Die Pleite von Enron. Die politische Zukunft Hongkongs. Machtwechsel im sowjetischen Politikbüro. Bei 90 Prozent der von ihm bearbeiteten Konflikte hatte er schlichtweg recht mit seiner Prognose.

Er ist der vielleicht dienstälteste Zukunftsforscher der Welt. Und der erfolgreichste. Und unbekannteste. Er ist ein trockener Analytiker; nicht ohne Humor, aber ganz ohne spektakuläres Brimborium. Mesquitas Methode geht auf die klassische Spieltheorie der 60er Jahre zurück. Er hat daraus ein mathematisches System gemacht, das er in den Computer speist, der dann die wahrscheinlichste Variante für den Ausgang auswirft. Und wenn man die wissenschaftliche Prognostik richtig einsetzen würde, als INSTRUMENT von Zukunftsplanung, dann würden sich irrationale Elemente deutlich verkleinern. Diesen Effekt meint Mesquita mit seiner Wortschöpfung PREDICTIONEERING: Die Welt vorhersagen, und sie dabei gestalten.

Steven Pinker - Gewalt

Steven Pinker

Gewalt, eine neue Geschichte der Menschheit

1216 Seiten, Fischer, Frankfurt, 2011

Ein fundamentales Buch über die positiven Trends der Menschheitsgeschichte und ein optimistisches Manifest zugleich. Pinker untersucht den Rückgang der Gewalt in der menschlichen Kultur, von den Kriegstoten bis zur Kriminalität, und erklärt ihn mit der Komplexitätsentwicklung. Eine gute Rüstung gegen die Doomsayer!

Erhältlich bei www.amazon.de

Dan Gardner - Future Babble

Dan Gardner

Future Babble –
Why Expert Predictions Are Next to Worthless, and You Can Do Better

320 Seiten, Dutton Adult, 2011

Dan Gardner, ein amerikanischer Publizist, der mit einem sehr schönen Werk über den Alarmismus von sich reden machte („Risk – The Science of Fear”) hat nun auch ein Buch aus dem Genre „Warum die Prognostiker immer irren” geschrieben (leider bislang nur auf englisch erhältlich). Auch er kann sich die übliche Häme nicht verkneifen. Was Gardners Buch aber lehrreich und wichtig macht, ist eine gründliche Bestandsaufnahme dessen, was die moderne Kognitions-Psychologie über unsere „Zukunfts-Bias” weiss – über jene Verzerrungen in unseren Zukunftsbildern, die typisch menschlich sind.

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Stephen Law - Believing Bullshit

Stephen Law

Believing Bullshit –
How Not to Get Sucked Into an Intellectual Black Hole

271 Seiten, Prometheus Books, 2011

Erhältlich bei www.amazon.de


Michael Shermer - The Believing Brain

Michael Shermer

The Believing Brain –
From Ghost and Gods to Politics and Conspiracies

385 Seiten, Times Books, 2011

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Glauben verändert die Welt. Es ordnet das Verwirrte und schafft Gemeinschaften, in denen man Halt finden kann. Es entlastet den Einzelnen von Komplexität. Verschwörungstheorien sind immer probate Mittel, unterkomplexes Denken in eigene, wahnhafte Stärke umzumünzen. Aber warum sind wir auch dreihundert Jahre nach Beginn der Aufklärung so abergläubische Wesen? Warum funktioniert die Säkularisierung, der „Megatrend rationales und wissenschaftliches Denken” nicht wirklich? Damit beschäftigen sich diese beiden Autoren in ihrer Untersuchung unseres ewig nach Sinn und Kohärenz suchenden Bewusstseins.

John Casti - Mood Matters

John Casti

Mood Matters –
From Rising Skirt Lengths to the Collapse of World Powers

210 Seiten, Springer Verlag, Berlin, Heidelberg 2010

Casti behauptet, dass das die Welt – die Zukunft – vor allem von einer mentalpsychologischen Kraft bestimmt wird. Wie Menschen sich fühlen, ob pessimistisch oder optimistisch, determiniert nach seiner Überzeugung alle Prozesse um uns herum. Stimmungen steuern Börsenkurse, Hauspreise, Kriege, Wahlergebnisse, Konjunkturzyklen, Hochhaushöhen, Geburtenraten, Rocklängen, Filmerfolge, Imperien, Modefarben. Stimmungs-Konstellationen steuern Firmenpleiten, Ölpreise, Baumwollpreise, Katastrophen, Krisen und Konjunktureinbrüche. Komplette Untergänge von Zivilisationen inklusive. Durch die Messung von Stimmungs- und Optimismus-Indikatoren lassen sich Ereignisse wie Finanzkrisen, ja sogar Kriege, weitgehend prognostizieren. Angesichts der Euro-Krise eine spannende These.

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Matt Ridley - Wenn Ideen Sex haben

Matt Ridley

Wenn Ideen Sex haben –
Wie Fortschritt entsteht und Wohlstand vermehrt wird

544 Seiten, Deutsche Verlags-Anstalt, München, 2011

Ein flammendes Manifest gegen das Doomsday-Denken! Ridley verteidigt den Fortschritt gegen die Kulturpessimisten und er tut dies aus Sicht der systemischen Evolutionstheorie.

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Tim Harford - Adapt

Tim Harford

Adapt –
Why Success Starts With Failure

309 Seiten, Little, Brown Book Group, London, 2011

Der Engländer Tim Harford hat mit seinen verhaltensökonomischen Büchern schon seit Jahren den Ökonomie-Diskurs um eine erfrischende psychologische Seite erweitert. Auf deutsch erschienen sind „Ökonomics” und „Die Logik des Lebens”. Jetzt hat er seine Arbeit um einen sozio-evolutionären Ansatz ergänzt.

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David Brooks - The Social Animal

David Brooks

The Social Animal –
The Hidden Sources of Love, Character and Achievement

309 Seiten, Random House, New York, 2011

Der New Yorker kanadischer Herkunft David Brooks ist mit seinem Portrait der BOBOs, der Bourgeois Bohemians, bekannt geworden. Jetzt hat er ein Schlüsselwerk der Kognitions- und Evolutions-Psychologie geschrieben, das angeblich als neue „Bibel der Konservativen” fungiert, aber alles andere als konservativ ist. Wer wissen will, wie Menschen „ticken”, in Leben Liebe, Biographie, Beruf, wie sich Charakter entwickelt, Schicksal, Emotion, dem sei dieses fulminante, sehr gut erzählte Buch ans Herz gelegt.

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Martin A. Nowak - Super Cooperators

Martin A. Nowak

Super Cooperators –
Altruism, Evolution and Why We Need Each Other to Succeed

352 Seiten, Free Press, 2011

Martin A. Nowak ist ein mathematischer Evolutionsforscher und Spieltheoretiker. Der Amerikaner mit Wiener Herkunft hat sein ganzes Wissen über die menschliche Kooperation in ein lebendiges Buch gepackt und dabei klugerweise mit einem Wissenschafts-Journalisten kooperiert. Geschildert werden die zentralen Wirkweisen der sozialen Evolution, die uns in die Zukunft geleiten.

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Malcolm Gladwell - Was der Hund sah

Malcolm Gladwell

Was der Hund sah

368 Seiten, Campus Verlag, Frankfurt, 2010

Malcolm McGladwells Bücher sind auch auf deutsch erschienen (z.B.: „Überflieger” und „Blink”). Besonders empfehlenswert finde ich jedoch einen Sammelband seiner New-Yorker-Essays, in dem es aus den verschiedensten Perspektiven um SYSTEME geht. Hier kommen Literatur, Journalismus und Wissenschaft in eine wunderbare Synthese.

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David Deusch - The Beginning of Infinity

David Deutsch

The Beginning of Infinity –
Explanations That Transform the World

496 Seiten, Viking Adult, 2011

David Deutsch ist ein brillianter „Alleswisser”, der sich ursprünglich mit Quanteninformationstheorie beschäftigt hat. In seinem neuen Buch geht er aber weit über die Physik hinaus und wird zum Philosophen und Kognitions-Wissenschaftler. Er schreibt über die Evolution des humanen Wissens in die Zukunft hinein.

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Dan Ariely - The Upside of Irrationality

Dan Ariely

The Upside of Irrationality –
The Unexpected Benefits of Defying Logic at Work and at Home

334 Seiten, HarperCollins, 2010

Daniel Gilbert hat mit seinen Büchern über Glück und Zufall die „Choice Theory”, die Entscheidungs-Wissenschaft bereichert. Warum entscheiden sich Menschen unter welchen Umständen wofür? Auf deutsch ist erschienen: „Ins Glück stolpern”. Ein anderer Autor auf diesem Feld ist Dan Ariely (auf deutsch erschienen: „Denken hilft zwar, nützt aber nichts”). Sein neuestes Werk beleuchtet die positiven Aspekte der menschlichen Irrationalität.

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Douglas Hofstadter - I Am A Strange Loop

Douglas Hofstadter

I Am A Strange Loop

412 Seiten, Basic Books, 2008

Antonio Damasio hat über das menschliche Bewusstsein geforscht, sein neues Schlüsselwerk „Selbst ist der Mensch” ist auf deutsch bei DVA erschienen. Einen ähnlichen, noch tieferen philosophischen Ansatz über Art und Ursprung des Bewusstseins bietet Douglas Hofstadter, der Autor des legendären Kultwerkes „Goedel, Escher, Bach”.

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Simon Baron-Cohen - The Science of Evil

Simon Baron-Cohen

The Science of Evil –
On Empathy and the Origins of Cruelty

240 Seiten, Basic Books, 2011

Der Entwicklungspsychologe und Autismus-Spezialist Simon Baron-Cohen forscht an den Grenzlinien von Hirn, Hormonen und Welterkenntnis. Sein neues Buch hat, obwohl der Titel irgendwie nach einer Verarbeitung von Harry Potter klingt, zentrale Erkenntnisse über die Strukturen von Empathie und Mustererkennung zu bieten. Es erklärt, warum es das Böse in der Gesellschaft gibt, die Empathie-Verteilungen der humanen Spezies, aber auch, warum manche Menschen genial sind und andere nicht, wie der Unterschied zwischen Männern und Frauen beschaffen ist und vieles mehr. Und das alles auf gut 200 Seiten.

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Marion Küstenmacher, Tilmann Haberer, Werner Tiki Küstenmacher - Gott 9.0

Marion Küstenmacher, Tilmann Haberer,
Werner Tiki Küstenmacher

Gott 9.0 –
Wohin unsere Gesellschaft spirituell wachsen wird

240 Seiten, Gütersloher Verlagshaus, 2010

2010 ist ein mutiges Buch von Küstenmacher / Haberer / Küstenmacher erschienen, das die spiral dynamics auf aktuelle gesellschaftliche und spirituelle Themen übersetzt. Wunderbar!

Erhältlich bei www.amazon.de

 

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